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Schwierige Statistik-Statements

Warum auch im Fußball Zahlen nicht alles sind

Zweimal 11 Mann mit einem Ball auf zwei Tore und das etwa 90 Minuten lang. Ja, Fußball ist eine tolle Sache für Zahlenfreaks und Statistiker. Da geht es um die Verhältnisse von Zweikämpfen, um Angriffe aufs Tor, um Laufkilometer und um die Anzahl der Kopfballduelle. Und so lange man als Zuschauer solche Zahlen vom Reporter wohl dosiert und in einzelnen Happen verteilt über 90 Minuten serviert bekommt, lassen Sie sich auch ganz gut verdauen. Da kann man selbst als Mathe-Schwächling mal eine Prozentzahl interpretieren oder einen Quotienten ausrechnen.

Anders ist das, wenn man nur wenige Sekunden Zeit hat, um im Fernsehen eine klare und verständliche Botschaft an die Fußballwelt zu senden. Dann sollte man dieser Fußballwelt keine so komplexe Rechenaufgabe stellen, wie es der Trainer des Fußballbundesligisten 1899 Hoffenheim, Julian Nagelsmann, auf der Pressekonferenz am 26.11.2018 zum Championsleague-Spiel des nächsten Tages tat.

„Wenn wir morgen 90 Minuten den Ball haben, dann ist es mir scheißegal, wie wir verteidigen, weil wir nicht verteidigen müssen. Wenn wir aber nur 44 Prozent den Ball haben, dann müssen wir 56 Prozent verteidigen. Und wenn wir von den 56 Prozent, was ja dann 100 Prozent ist, den Ball nur 10 Prozent gut verteidigen, hat der Gegner 90 Prozent Chance, ein Tor zu schießen, und das ist am Ende des Tages zu viel.“

Bitte? Wie war das nochmal? Wer verteidigt wann wo wie viel und wer hat wann wo welche Chancen? In genau 22 Sekunden hat Julian Nagelsmann versucht, die Strategie von Ballbesitz und Verteidigung seiner Mannschaft dar zu stellen - fachmännisch mit sieben Zahlen untermauert, die er in drei verschiedene Verhältnisse setzt. 22 Sekunden, in denen unser Zuschauer-Gehirn verzweifelt versucht, der Zahlenakrobatik zu folgen. Vergeblich!

Denn Zahlen sind zu abstrakt, um sie schnell zu verstehen. Bei Zahlen muss unser Gehirn Höchstleistung vollbringen. Es muss die Zahlen als Menge erfassen, muss sie zueinander ordnen, muss rechnen und gleichzeitig noch einen Überblick behalten, bei welcher Zahl man vor dem geistigen Auge welches Bild sehen muss. Also, ob man jemanden „sieht“, der mit einem Ball am Fuß rennt (Ballbesitz) oder ob man sich vorstellen muss, dass ein Spieler vor einem anderen herumspringt (Verteidigen). Für unser Gehirn in 22 Sekunden einfach zu viele Informationen und Aufgaben. Denn wir können diese Zahlen im Fernsehen ja nicht noch einmal Revue passieren lassen wie eine Mathe-Aufgabe, die wir uns fein säuberlich in Teilschritten auf einen Zettel notieren, um sie dann Schritt für Schritt zu lösen. Für uns rasen die Zahlen im Kurzzeit-Gedächtnis vorbei, noch bevor Sie vom Arbeitsgedächtnis bearbeitet werden können. Keine Chance, die Strategie zu verstehen, aber sicher war sie gut!?

Wer im Fernsehen wichtige Botschaften mit Zahlen untermauern will, der sollte vorsichtig sein und Zahlen wohl dosiert verteilen. In der Regel gilt: Pro Botschaft eine Zahl, möglichst ohne Kommastellen und ggf. gerundet. Unser Gehirn kann „runde“ Zahlen schneller verarbeiten und als Menge erfassen. Und grundsätzlich gilt für jede Zahl: Frage Dich, ob Du sie wirklich brauchst, um Deine Botschaft klar zu machen. Denn Julian Nagelsmann hätte seine Botschaft auch einfacher an den Mann bringen können:

„Für uns ist es morgen wichtig, möglichst viel Ballbesitz zu haben, denn dann müssen wir weniger verteidigen, und unser Gegner hat weniger Chancen, aufs Tor zu schießen.“


Hier finden Sie den Beitrag bei SWR Sport.

Kathrin Adamski führt durch die Verleihung des Baden-Württembergischen Kulturpreises

4.7.2017 - Kathrin Adamski moderiert den literarischen Abend anlässlich der Preisverleihung des Kulturpreises Baden-Württemberg 2017  in der Sparte Literatur. In der Stadtbibliothek Stuttgart dürfen sich zwei Preisträger über die mit insgesamt 25.000 € dotierten Auszeichnungen freuen: Die Autorin Annette Pehnt hat die Jury mit Ihren literarischen Werken und ihrem Wirken am meisten überzeugt und darf den Hauptpreis entgegennehmen. Der Förderpreis in der Sparte Literatur geht an die Literaturzeitschrift Allmende für ihr einzigartiges Konzept. Der Baden-Württembergische Kulturpreis ist eine gemeinsame Initiative des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes und der Baden-Württemberg Stiftung.

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